08.06.2017

Muss es immer Olfa sein?

Heute bin ich (May) als Produkttesterin unterwegs. Als erstes Thema habe ich mir Rollschneider ausgesucht. Die anderen MCQs lachen sich schon schäbig über meinen Spleen immer wieder neue Sachen austesten zu wollen (müssen??), aber ich finde es sehr wichtig, sich ein paar Gedanken über Verletzungsgefahren und zu Ergonomie zu machen. Hand aufs Herz; wie viel Zeit verbringt ihr am Schneidebrett? Und wer von euch hat sich schon dabei verletzt, oder die Gelenke überstrapaziert?

Dachte ich mir :-)

Zugegebenermaßen muss ich sagen, dass ich die handelsüblichen Rollschneider von Olfa/Prym bei meinem Fuhrpark ausgelassen habe. Sie jagen mir einfach die blanke Angst ein. Diese rollende, messerscharfe Klingen, ohne nennenswerten Fingerschutz…Vielleicht ist die Angst unbegründet, vielleicht nicht. Ich gebe hier nur meine subjektive Meinung wieder und ihr habt sicherlich andere Erfahrungen damit gemacht.

Jedenfalls als ich vor vielen Jahren meine Erstausstattung aussuchte, gab es überall in den Läden nur diese Marke und ich bin aus Verzweiflung online shoppen gegangen. Bei Fiskars bin ich fündig geworden und mein erster Rollschneider lag kurzerhand im Warenkorb. 

Nun, die Marke kenne ich schon mein Leben lang und sie steht für mich für Qualität und Sicherheit und hat deshalb schon im Vorfeld einen „Heimvorteil“, aber auch andere Marken haben in diesem Post ein Wörtchen mitzureden.

Mein erster Rollschneider hat mir viele Jahre (ich glaube es waren 7 oder 8) gute Dienste erwiesen, bis ich ihn eines Tages nicht finden konnte. Egal, wie lange und wo ich gesucht habe - er blieb verschollen und ein Neuer musste her.

Auch diesmal habe ich einen Rollschneider mit 45 mm Blatt bestellt, zusammen mit einem kleineren von Olfa für filigranere Arbeiten. Selbstverständlich habe ich gleich nach der Bestellung in der ersten Schublade, die ich aufgemacht habe meinen alten Rollschneider gefunden. Er lag oben drauf und war schlecht zu übersehen; ich kann es nicht erklären. Diese Schublade hatte ich mindestens fünf mal durchsucht :-) Aber ich weiche vom Thema ab.


Mit der Zeit kam noch ein dritter Fiskars Rollschneider dazu. Im Bild seht ihr die Rollschneider in Altersreihenfolge von links nach rechts.

Den ersten benutze ich gar nicht mehr. Er hat einfach ausgedient. Der Haltemechanismus hält nicht mehr, sondern die Klinge springt immer wieder zurück in Ruhestellung. Schade, aber dies scheint die Schwachstelle bei den Fiskars Rollschneidern zu sein. Auch der zweite schnellt zurück, wenn zu viel Druck ausgeübt wird. Der dritte ist ganz brav.

Was mich an den Fiskars Rollschneidern überzeugt ist die hohe Sicherheit und die ergonomische Handhabung.


Auf diesem Bild sieht man es recht deutlich. Der Zeigefinger liegt oben auf einem bequemen "Bett" und gibt die nötige Kraft und Halt beim Schneiden. Das Auswechseln der Blätter ist auch sehr leicht.
Das Blatt wird durch einen Haltegriff gehoben und man läuft keine Gefahr sich die Finger zu schneiden.

Um eine andere Art des Rollschneiders auszutesten habe ich einen von Guss und Mason gekauft. Er sieht so ähnlich aus, wie die üblichen von Olfa. Das gleiche Prinzip. Mit diesem Rollschneider komme ich nicht klar. Ich schneide schiefe und krumme Linien, auch wenn ich versuche mich zu konzentrieren.
Ich habe hier Bedenken, dass Unfälle mit diesem Schneider leicht passieren können.


Bei einem Kurs in England durfte ich einen Rollschneider ganz anderer Art kennen lernen. Das ist ein TrueCut-Rollschneider und kommt gleich mit eigenen Linealen her. Der Rollschneider hat einen gewölbten Griff und ist ergonomisch geformt für ein gelenkschonenes Schneiden. Ausserdem läuft er auf einer Rille am Rande des Lineals und kann deshalb nicht ausrutschen. Zugegeben, die Handhabung ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man es raus hat, möchte man diesen Rollschneider nicht mehr missen! Ich habe ein langes Lineal hierfür gekauft und benutze die beiden um lange Stoffstücke zu schneiden. Für die kürzeren Stoffe benutze ich es nicht, weil man besondere Lineale braucht und ich habe schon die Schublade voll mit "normalen" Linealen.






Dann möchte ich noch die beiden kleineren Rollschneider zeigen. Eins ist tatsächlich von Olfa, das andere ein No-Name Produkt. Die kleineren Rollschneider benutzt man, wenn enge Kurven geschnitten werden sollen. Bei bestimmten Linealen mit vorgefertigten Rillen kann man mit dem kleinen Rollschneider besser durch die Rillen ziehen und den Stoff besser schneiden. Ehrlich gesagt, habe ich diese beiden noch nie benutzt.


Zu guter Letzt ein Unikum. Er kommt aus dem Hause Fiskars und wird auf dem Zeigefinger platziert. Mit diesem Rollschneider kann man kleinere Stücke Stoff freihändig schneiden. Zum Beispiel besonders schöne Muster mitten aus einem größeren Stück Stoff, ohne dass der ganze Stoff kaputt geschnitten werden muss.





Es ist ein praktisches Gerät für besondere Aufgaben. Und hiermit möchte ich mich für heute verabschieden und bin gespannt auf eure Erfahrungen!


May und die

Kommentare:

  1. Hallo May,
    ich habe zwei Rollschneider von Olfa. Den schlichten ohne Fingerschutz und einen, bei dem die Klinge verdeckt wird, wenn man den Rollschneider aus der Hand legt. Ich benutze fast nur den ganz einfachen Rollschneider, weil ich ihn einfach greifen und loslegen kann. Geschnitten habe ich mich in den vielen Jahren in denen ich nähe noch nie. Ich klopfe mal schnell auf Holz ;-))

    Liebe Grüße
    Angelika von da, wo der Norden aufhört

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    1. Liebe Angelika, das hört sich doch sehr gut an! Ich hoffe, ich habe bald die Gelegenheit diesen Rollschneider von Olfa zu testen. Vielleicht ändere ich dann meine Meinung :-)

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  2. Einige der Formen kannte ich nicht. Und ich gebe zu ich nutze einen Rollschneider von Fiskars, aber so einen ganz normalen und komme prima damit zurecht!
    In diesem Jahr jedoch fahre ich nach Birmingham. Da werde ich mal nach anderen Schneidern die Augaen offen halten!

    Gruß Marion

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    1. Birmingham! Oh ja, da möchte ich auch mal hin, aber dieses Jahr wird es wahrscheinlich nicht klappen. Bitte erzähl uns von deinen Erfahrungen.

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  3. Liebe May,
    Ein interessanter Beitrag. Danke dir!
    Ich denke immer die Verletzungsgefahr ist bei beiden Grund-Typen gleich hoch, denn in einen herumliegenden offenen Rollschneider habe ich noch nicht gegriffen (liegt sicherlich auch daran, dass ich von Anfang an bei jedem Weglegen den Schutz vor mache - fast schon ein bisschen manisch *gg*), aber bin mir einmal über die Fingerkuppenecke gerollt. War aber auch mein Fehler, weil ich die Finger viel zu nah an der Schneidekante hatte. Aber auf der anderen Seite ist es bestimmt auch eine Frage der Gewohnheit und Geschmackssache, welcher einem besser liegt. Wie so vieles und das ist auch gut so.
    LG Rike

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    1. Liebe Rike,
      klar, es ist gefährlich in eine offene Klinge zu greifen, aber mir geht es auch darum sich nicht zu verletzen beim Schneiden. Ausrutschen ist eine Gefahrenquelle, besonders bei langen Stoffstücken und deshalb greife ich zu TrueCut. Ja sicher, vieles ist eine Geschmacksache und das selbe Produkt ist nicht für alle geeignet. Gut, dass wir die Auswahl haben :-)

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  4. Liebe May,
    ein schöner Überblick darüber was es neben Olfa in der Rollscheiderei noch so alles an besonderen Ausführungen gibt.
    Vielen Dank!
    beste Grüße, Christiane

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    1. Vielen Dank liebe Christiane; war mir ein Vergnügen!

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  5. Danke für den interessanten Bericht. Ich nutze von Anfang an den Olfa-Rollschneider 45 mm und komme prima damit zurecht. Einige Zeit später hab ich noch den 28 mm von Olfa dazugekauft, der mir sehr leicht in der Hand liegt und fast den 45er verdrängt. Neulich hab ich mir noch einen Jumbo Cuter (60 mm - no name) gekauft zum Vorschneiden für mehrere Lagen Stoff. Damit muss aber jetzt genug sein.
    LG eSTe

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    1. Hallo Traudi,
      na klar, wenn du zufrieden mit den RS bist gibt es auch keinen Grund sich neue zu besorgen :-)Weiterhin fröhliches Schneiden und Nähen!

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  6. Cool, ich mag deinen Produkttest sehr. Ich habe einige Rollschneider, in vielen verschiedenen Größen, davon ist gerade mal ein einziger mit ergonomischem Griff. Mein aktueller Favorit ist von Fiskars, aber auch ohne Schutz und sonstiges. Zwei RS mit kleinen Schneideblättern habe ich auch, beide sind immer sehr schnell mit Stoffstaub, unter dem Schneideblatt, verdreckt und rollen dann nicht mehr richtig, man muss sie ständig säubern, was mich sehr ärgert, denn wenn ich am arbeiten bin, möchte ich nicht ständig mein Werkzeug auseinander nehmen.
    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Hallo Steffi, danke für die Info mit dem Stoffstaub! Ist ein wichtiger Aspekt den ich gar nicht bedacht habe :-)

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  7. Danke für den interessanten Produkttest. Ich habe nur den Standard Rollschneider von Olfa und komme gut damit zurecht. Vor kurzem habe ich noch die kleine Variante dazu gekauft, allerdings liegt die noch ungetestet auf dem Tisch.

    Und bei der Suchaktion konnte ich nur schmunzeln. Manchmal kommt halt das Männergen in einem durch und man sieht das Naheliegende nicht - lach.

    Liebe Grüße
    Yvonne

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    1. Männergene :-) Jetzt muss ich auch lachen, aber du hast schon die Nagel auf dem Kopf getroffen.

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  8. Tolle Recherche. Wusste bisher nicht, dass es eine Vielzahl an Rollschneidern auf dem Markt gibt.
    Bin "ahnungslos" mit OLFA aufgewachsen, 45 mm und 18 für einen engeren Radius. Beim 45-mm-RS schiebt sich die Klinge nur in Aktion nach außen und ist beim Loslassen wieder verdeckt. Bei dem kleinen RS muss ich mitdenken und beim Klingenwechseln auch ausgeschlafen sein. Ansonsten arbeite ich in der Gewohnheit damit reibungslos.
    Gruß Renate

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    1. Liebe Renate, vielen Dank für das Lob! Ja, beim Klingenwechseln muss man schon aufpassen. Die Gefahr beim Auspacken der neuen Klinge bleibt bestehen, da können die RS noch so tolle Hebemechanismen haben.

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  9. Danke für diesen tollen Vergleich der verschiedenen Rollschneider!
    Nach dem eine Fingerkuppe schon mal ein Opfer der Klinge wurde, hab ich mir schnell angewöhnt, den Schutz vorzuschieben und inzwischen ist es schon ein Reflex ;o)
    Viel schwieriger finde ich die gelenkschonende Anwendung... Auf der Nadelwelt wurde ich da sehr gut beraten und übe seither das Schneiden vom Körper weg, statt quer vor mir. In meinem Lieblingsstofflädchen vor Ort wird so geschnitten und ich hab es einfach übernommen. Nicht so gut für's Handgelenk....
    Ganz liebe Grüße, Katrin

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    1. Hallo Katrin,
      bin ein bisschen überrascht; ich dachte alle schneiden vom Körper weg? Es gibt viele gelenkschonende RS auf dem Markt; man muss nur die Augen offenhalten. Bin mir sicher, dass du einen für dich geeigneten RS finden wirst.
      Liebe Grüße
      May

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  10. Liebe May,

    das ist eine schöne Übersicht, die Du da gegeben hast. Bei dem TrueCut überlege ich, ob er nicht besonders für meine Mama geeignet wäre, die mit der Hand so ihre Sorgen hat. Kann man den denn eigentlich auch ohne das Lineal verwenden?

    LG Mareike

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    1. Hallo liebe Mareike,
      bin mir sehr sicher, das TrueCut für deine Mama gut geeignet ist. Und nein, man kann sie ohne das passende Lineal nicht benutzen. Das ist ja der Clue; der RS läuft auf einer Schiene, man kann nicht ausrutschen und der Druck ist auch immer derselbe. D. h. auch an dieser Stelle schont man die Gelenke, nicht nur bei der ergonomischen Handhabung.

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