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14.04.2018

Behind the Scenes: Dagmar (April)



Ich bin Dagmar, ein Teil der „Modern Cologne Quilters“.
Ich nähe seit meiner Kindheit und so sind Ende der 60er Jahre die ersten Puppenkleider entstanden. Von da an hat mich die Nähmaschine nicht mehr losgelassen. Nach den Puppenkleidern folgte als Teenager die eigene Garderobe. Vieles habe ich mir durch „Learning by doing“ beigebracht, da ich kein Vorbild hatte.

Nach dem Abitur war mein größter Wunsch Lehrerin zu werden. Also begann ich ein Lehramtsstudium - und ein Schwerpunkt war die Fachrichtung Textilgestaltung. Damit begann die Zeit viele neue Techniken und Gestaltungsgrundlagen zu erwerben, auf die ich heute immer wieder zurückgreife. 

Es war eine sehr spannende Zeit. Ich verschrieb mich der freien Stickerei und der Seidenmalerei. Beide Techniken habe ich dann lange Zeit verbunden. Es entstanden Bilder und viele individuelle Kleidungsstücke. Da ich aber mit Leib und Seele Lehrerin bin, hat dies immer den Staus „Hobby“.
Beispiele aus dieser Zeit:






Nach der Geburt meines Sohnes im Jahr 1993 habe ich mich wieder mehr der Näherei gewidmet - Kinderkleidung war angesagt. Dann fand ich die Liebe zu Teddybären und der Teddybären- Herstellung - bis der Platz fehlte um allen ein schönes zu Hause zu bieten. Hier seht ihr einige.
Durch private Umbrüche schnupperte ich 2002 im Bereich Patchworken - erste Quilts entstanden. Leider ich musste wieder eine Pause einlegen. Seit 2012 bin ich nun dieser Technik verfallen und nicht mehr zu bremsen. 

Seit 2015 gibt es unsere Gruppe und es ist wie ein Geschenk des Himmels. Ich bin sehr dankbar Teil dieser Gruppe sein zu dürfen.



Schnell ließ ich die Verarbeitung traditioneller Stoffe hinter mir. Die modernen Interpretationen liegen mir viel mehr. Durch die Inspiration meiner Mitstreiter, Instagram, Flickr u. ä., werden immer neue Ideen und Projekte geweckt, sodass die To-do-Liste niemals zu Ende geht.

Im Bereich Patchworken habe ich zurzeit viele Ideen im Bereich improve/patchen/quilten oder wonky, die auf ihre Umsetzung in Projekten warten.

Seit Mai 2017 bin ich nun Besitzerin einer „Avanté“ – meiner Longarm-Maschine. Sie ist aufgebaut und wartet nun auf die ersten Projekte. Einige Tops warten schon seit längerem auf ihr Quilting, das wird die nächste Herausforderung für mich sein. Darüber berichte ich in einem anderen post😊.

17.02.2018

Behind the scenes: Judith

Nach all den wunderbaren Blind Dates sind nun wir MCQs an der Reihe uns persönlich und mit unserem (nähtechnischen) Werdegang ein wenig bei euch vorzustellen.

Also ich bin Judith, verstecke mich, neben meinem Mitgliedsein bei den MCQs, hinter dem Blog mit dem Namen September's Quiltdelight.

Handarbeit und Kreativität war immer schon Teil meines Lebens. Mein Vater konnte mit der Nähmaschine umgehen, liebt aber bis heute viel mehr das filigrane Arbeiten mit dem Papier. Unsere Schultüten und besondere Geburtstagskarten wurden in nächtelanger Kleinstarbeit von ihm hergestellt. Meine Mutter hatte es da eher mit Strick- und Häkelnadel.



Meine Großmütter haben immer wie verrückt genäht, vorwiegend Kleidung, manchmal wurde auch ein schneller Kissenbezug hergestellt, Bettwäsche mit Wunschmotiven angefertigt oder die Vorhänge gekürzt. Eine meiner Großtanten hat als Hauswirtschaftslehrerin gearbeitet und war immer sehr genau beim Nähen, von ihr gab es zu Weihnachten, Geburtstagen und anderen besonderen Anlässen ein neues Kleid, eine Bluse oder einen Rock.
Aus den übrig gebliebenen Resten der für uns genähten Kleidung nähte meine eine Oma und meine Uroma immer Kleidung für Puppen und Barbies. Dabei durfte ich oft zuschauen und auch entscheiden, ob an das Kleidung noch ein goldener Knopf kam oder ein klitzekleiner Rest Zackelitze. Ich fand das immer spannend, durfte aber aus Angst, ich könnte mir durch ein Körperteil nähen, nie näher an die Maschine heran. 

mein allererstes Patchworkprojekt aus Precuts- ein Tischläufer für meine Oma
Im zarten Alter von etwa sieben Jahren wollte man mir gerne das Häkeln beibringen... "mach doch deiner Mutter eine Freude und häkel ihr ein paar Topflappen".. bei diesem einmaligen Versuch ist es geblieben. Denn ich habe nie wieder den Drang verspürt diese Nadeln nochmal in die Hand zu nehmen.
Ganz im Gegenteil aber die Stricknadeln. Ein Loopschal- das ist schon drin. Aber so richtig in Flammen stand ich auch hierfür nicht.

mein erster Lasagnequilt wird gequiltet
Eine Zeit lang lag meine Kreativität- abgesehen vom Basteln der jährlichen Adventskalender- brach. Erst als ich mit 19 oder 20 Jahren unbedingt ein Bärenkostüm für Karneval brauchte, kam ich wieder mit der Nähmaschine in Kontakt. Mit Omas Hilfe nähte ich damals mein erstes Kostüm. Mit 23 Jahren entdeckte ich das Bauchtanzen für mich. Die Kostüme dafür sind sündhaft teuer. Aber meine Bauchtanzlehrerin und Freundin nähte schon eine Ewigkeit und mit ihrer Hilfe und auch wieder der von Oma nähte ich mein erstes Kostüm. Nach dem Nähen des Grundkostüms mussten die vielen Pailetten und Perlen von Hand angenäht werden, meine ersten Handnähübungen. Ich fand das meditative Nähen auf dem Sofa am Abend schon damals wahnsinnig entspannend.

Vielleicht ziehen mich aus diesem Grund die Hexagons immer wieder in ihren Bann....

mein erstes und einziges komplett handgenähtes Patchwork- und Quiltprojekt, keine einzige naht an der Nähmaschine entstanden



Danach schenkte man mir meine erste Nähmaschine. Was habe ich mich darüber gefreut.... doch leider währte die Freude nicht lange- und da ich zu diesem Zeitpunkt in Münster wohnte und nicht auf die wissende Hilfe von meiner Freundin oder der Oma zurückgreifen konnte und im dortigen Umfeld der Freunde niemand nähen konnte und die Freizeit durch den Beruf stark eingeschränkt war, landete die Maschine (eine AEG für 79 Euro) schnell im Schrank. Ich war so frustriert.

Als wir zwei Jahre später zurück ins Rheinland kamen habe ich mir den Segen geholt, dass die Maschine der größte Mist ist und ich nicht dafür könne, dass sie so nähte, wie sie eben NICHT nähte.
Ich habe dann Geld in die Hand genommen und mir meine erste richtige Nähmaschine gekauft. Damals eine Brother Innov- IS 10 anniversary (heute nähe ich auf einer Bernina 350PE, ein meilenweiter Unterschied und ich möchte meine kleine "Dicke Bertha" nie wieder missen).

das erste Mal "schnelle Dreiecke" und hochwertige Patchworkstoffe von Riley Blake


Für meine Täschlein und ersten Kissenbezüge ausreichend. Von da an war mein Nähfieber entfacht. Ich überlegte immer zu, was ich denn als nächstes nähen könnte. Schnell habe ich gemerkt, dass mein Herz nicht für Jerseystoffe schlägt. Diese elastischen, rutschigen Stoffe gaben mir zu wenig Projektvielfalt und waren oft auch einfach zu bunt und kindlich. Mit ersten kleinen Täschlein flutete ich den Freundes und Familienkreis, gefolgt von MugRugs.


erste Mug Rugs, erstes Quilten
Durch Pinterest stieß ich das erste Mal auf ein Patchworkprojekt und war gleich begeistert. Kurz darauf entdeckte ich die Videos von Jenny Doan für mich. Mit der Eröffnung eines Patchworkladens in der Nähe konnte ich meiner Stofflust für entsprechende Stoffe und moderne Designs endlich fröhnen. Heute ist das Angebot rund um Köln ein Schlaraffenland.

manchmal muss es kein Patchwork sein...
Inzwischen hat sich ein Trend bei meinen Stoffkäufen herauskristallisiert. Besonders gerne verwende ich Stoffe von Vanessa Christenson, Katarina Roccella, Brigitte Heitland, Carolyn Friedlander und Lotta Jansdotter, sowie den Mädels von Cotton+Steel. Ich mag die modernen Muster der Stoffe, die hin und wieder durch einzelne Elemente oder die Farbwahl verspielt daher kommen. Gerne verwende ich Unmengen an Unistoff für den Hintergrund, so leuchten die einzelnen Farben so traumhaft schön und kommen gut zur Geltung. 






Ich liebe es Stoffe zu sammeln, zu streicheln und aus den Vollen zu schöpfen und bei jedem Projekt willkürlich auf den Bauch vertrauend Stoffe aus dem Regal zu ziehen und meine ganz eigene Stoffkombination zusammen zu stellen.
Manchmal geht der Weg von der Stoffwahl, dem Patchworkmuster bis hin zum fertigen Top innerhalb weniger Stunden. Dann bin ich so in meiner Näh- und Schneidearbeit vertieft. Es ist wie ein Rausch, das nächste Projekt recht bald fertig vor den Augen zu haben.

Und was mache ich mit all den Quilts?

Bisher sind noch nicht alle im Bekanntenkreis mit einem Quilt beschenkt. ACHTUNG: Es bekommt nur einen Quilt, der meine Arbeit, die Kosten und Mühen zu schätzen weiß. Einmal verschenkte ich einen Quilt zur Geburt des Enkelkindes der Kollegin, als ihr das Auqarium kaputt ging, erzählte sie mir hinterher, dass sich mit dem Quilt prima das Wasser habe vom Boden aufwischen lassen.....


Ich bin also wählerisch, wo meine Quilts einziehen dürfen. Lieber produziere ich dann für den Schrank, als dass der Quilt in die falschen Hände gerät. Manchmal kann ich mich auch einfach nicht trennen, weil mir die gepatchte Oberseite des Quilts so gut gefällt. Was die Quiltmuster für meine Quilts betrifft, ist das manchmal ein Wochen- wenn nicht sogar monatelanges Überlegen.

Kissen aus Cotton+Steel mit einem Dresden Ruler gearbeitet


Manchmal ist es hierbei sehr hilfreich ein Teil einer tollen kreativen Gruppe zu sein. Durch die anderen MCQs hat sich mein Blick auf das Quilting, die Art ein Projekt anzugehen in jedem Fall verändert. Zum Guten. Es hilft, sich viel auszutauschen. Jede hat ihre ganz eigene Art sich Projekten, Stoffen, Farben und Formen zu widmen und es darf trotzdem jede sein, wie sie ist. Gemeinsam Neues planen, gemeinsam etwas Erleben -das verbindet.


Manchmal weckt das Gruppengefüge auch die ein oder andere Begehrlichkeit in einem- uaaah gefährlich *zwinker* und doch ist es das Beste, was es gibt. Sich regelmäßig mit Gleichgesinnten zu treffen und sich über das schönste Hobby der Welt auszutauschen, statt still und allein für sich zu sein. Neben den MCQs habe ich inzwischen eine zweite Gruppe mit der ich mich monatlich treffe. Diese Gruppe würde ich eher als "Nähgruppe" bezeichnen, denn hier ist das Spektrum vielfältiger. Taschen, Täschlein, Kissen, ein bisschen Patchwork, einfach von allem was die Webware her gibt ein wenig. Beide Gruppe geben mir den Ausgleich zu meinem Alltag, den ich brauche. Hier kann ich nähen/produzieren, nur das was ich möchte und so perfekt/unperfekt, wie es mich zufrieden stellt.

Ich hoffe der kleine Einblick in meine kreative Welt hat euch Freude gemacht.

Liebe Grüße

Judith

25.11.2017

Blind date heute - Spinkreativ/Sabine

Liebe Modern Cologne Quilters, ich finde eure Idee mit dem Blind date richtig klasse und freue mich sehr darüber, mich vorstellen zu dürfen.

Mein Name ist Sabine, ich bin Jahrgang 1960 und lebe in NRW in einem kleinen Ortsteil von Euskirchen. Ich habe eine erwachsene Tochter und bin in zweiter Ehe verheiratet. Anfang 2013 haben wir einen Hof mit knapp 5 Hektar Land gekauft, der ziemlich vermüllt war. Es war eine Heidenarbeit, aber wir freuen uns über jeden Fortschritt. Dort leben wir mit unseren Hunden (ein Australian Shephard Rüde und eine Australian Shephard – Border Mischlingshündin, am  3.11. sind 6 Hundebabies dazugekommen), 6 Walliser Schwarznasenschafen (auch hier ist Nachwuchs unterwegs), 3 eigenen Pferden (nein, ich reite nicht) und 6 Einstellpferden.  Da ich auch noch berufstätig bin (Softwareentwicklerin in einem Versicherungsunternehmen), bleibt mir oft viel weniger Zeit für mein Hobby Patchwork als ich mir wünschen würde. Zum Glück wird es jetzt Winter, die Arbeit auf dem Hof weniger und ich kann wieder mehr nähen.

Bei  meiner Oma habe ich häkeln, stricken und nähen gelernt und mit Begeisterung meine Barbiepuppe (damals war man glücklich, wenn man eine einzige hatte) ausgestattet. Handarbeiten begleiten mich schon mein ganzes Leben lang, meine Hände müssen anscheinend immer was zu tun haben.

Nach der Geburt meiner Tochter habe ich einige Nähkurse gemacht um Kleidung zu nähen. Patchwork war da für mich immer noch kein Thema, lange Zeit habe ich immer behauptet, Patchworker seien diese Verrückten, die Stoff kaufen, ihn auseinanderschneiden und neu zusammennähen, so wirklich Sinn habe ich darin nicht gesehen – heute gehöre ich selbst dazu.

Wie es dazu kam:
In der Grundschule machte meine Tochter dann bei einer Projektwoche „Malen mit Stoff“ mit (2002/2003 muss das gewesen sein). Es wurde von der Gruppe ein ABC-Quilt und für jede ein Atarashi-Täschen gemacht. Die Lehrerin spielte mit mir im Tennisverein und erzählte immer wieder begeistert über Patchwork. Ich wurde neugierig und  irgendwie hat mich zu dieser Zeit  Patchworkvirus dann erwischt.  Es entstanden eine Mitteldecke und diverse Tischsets (für die Decke habe ich den Stoff gerissen !!! – Rollschneider, Schneidematte nebst Linealen habe ich erst kurz danach entdeckt).

Im Generalanzeiger fand ich eine Anzeige für „die lange Nacht der wilden Sterne“ (im Patchworkladen von Romy Bügers in Bonn), die mich sehr reizte und letztendlich eine Einführung in die freie Schneidetechnik darstellte. Romy Bügers hatte in ihrem Laden wunderschöne Stoffe, die geradezu danach schrien, zerschnitten und neu zusammengesetzt zu werden. Es folgte ein weiterer Kurs zum Thema Courthousetechnik ala Kaffee Fassett – in dem ich natürlich nicht mit Resten antrat (weil nicht vorhanden) sondern extra Stoffe gekauft hatte. 


Durch die Kursleiterin (mit der ich noch heute befreundet bin), lernte ich weitere Patchworkerinnen und eine Patchworkgruppe kennen. Die Gruppe gibt es heute leider nicht mehr, aber mit einigen davon habe ich immer noch Kontakt. In jener Zeit entstanden textile Wandbilder in den verschiedensten Techniken (Ton Schulten, Hundertwasser, Ricky Tims, …) und freie Arbeiten.


Zeitungen und Büchern zogen dann reichlich in mein Haus ein und dienten als Vorlage für weitere Arbeiten. Den Storm at Sea in der Burda musste ich unbedingt arbeiten, er gehörte in die blaue Phase meiner Tochter, heute ist die Phase vorbei und blau kommt nur noch wenig bei uns vor.


Nichten und Neffen kamen als Familienzuwachs und ich entdeckte eine Leidenschaft für Kinderdecken, entwarf und nähte eigene Entwürfe. 


Am liebsten arbeite ich autodidaktisch, gelegentlich treffen wir uns zum „puscheln“, wie es eine Freundin nennt und nutzen die Zeit zum Nähen und austauschen.  Meine Sammlung an Patchworkbüchern vergrößert sich ständig (kommt euch das bekannt vor?), viele sind wunderschöne inspirierende Bilderbücher. 

Wenn ich Kurse besuche, gehen sie eher in die Richtung Artquilt. Beeindruckt haben mich ein Kurs bei Elsbeth-Nusser Lampe (Textile Blattwerke),  ein Quiltkurs bei Jacqueline Heinz (eigentlich gehörte hier auch noch ein Färbetag bei Gabi Tisch dazu, den ich mir aber gespart habe, dazu später mehr), der Onlinestickkurs bei Anne Lange (zugeben, hat nicht direkt etwas mit Patchwork zu tun, verwende ich aber schon mal gerne bei ATC). Klasse waren auch die Kurse bei Gabi Mett. 

Textile Blattwerke
Einige meiner eigenen Quilts und solche, die ich für das Patchwork-Kaleidoskop in Euskirchen (das es heute leider nicht mehr gibt) entworfen habe, sind in der Burda Patchwork, dem Patchworkmagazin oder der Patchwork Professional veröffentlicht worden. Ab und zu habe ich im Patchwork-Kaleidoskop auch mal einen Kurs gegeben. Ich habe diese Zeit genossen, sie lag allerdings – ich hoffe, das hört sich nicht blöd an – vor meiner zweiten Ehe und dem Hof, heute würde mir die Zeit dafür fehlen (und, wenn ich ehrlich bin, ist es eine Heidenarbeit die Anleitungen und Zeichnungen zu erstellen, wenn dann noch Druckfehler dazu kommen, wird es umso ärgerlicher).

mein erster veröffentlichter Quilt 

Blumeninspirationen (veröffentlicht in der Patchwork Professional)
Zur Zeit entwerfe und nähe ich Kinderquilts aus den Stoffen von Rae Ritchie (wenn ich den erwische, der die ganzen Kinderstoffe in meinem Fundus gekauft hat, workpaar von Cori Dantini sind auch noch vorhanden). Außerdem wartet die Tagesdecke für das Bett meiner Tochter auf Quiltvorbereitung und quilten (bei ca. 200 x 220 cm eine Herausforderung für meine Pfaff Quiltexpression – ich will hier meine Erkenntnisse aus dem wirklich tollen Buch WALK von Jacquie Gering umsetzen.

Meine WIP sind hier zu sehen

Zusätzlich mache mit beim Triangle QAL von Bernina  (übrigens mein erster QAL). Der ist sehr schön übersichtlich und schnell zu nähen. Leider darf ich die Blöcke 1 bis 3 noch einmal nähen und auch die ca. 100 einfachen Dreiecke nochmal zuschneiden. Ich habe die 4 ¾ inch Streifen geschnitten und daraus mit meinem Clear View Triangle Lineal die Dreiecke. Jenes Lineal hat  immer hervorragend für meine One Block Wonders und Trianglequilts funktioniert – nur es  hat keine Ecken ab – so ist nun alles einen ¼ inch zu klein. Ich hätte eben doch die Papierschablone unters Lineal kleben sollen (wie heißt es so schön, wer lesen kann, ist klar im Vorteil?). Ich hab schon alle Blöcke 1, 2, 3 wieder aufgetrennt und hoffe die Teile noch für weitere Blöcke des QAL verwenden zu können (aus den Teilen des Block 1 habe ich zumindest schon mal die Flügel für Block 3 bekommen und von den 100 zu kleinen einfachen Dreiecken ließen sich die 7 mittleren Dreiecke für Block 5 gewinnen). Nur gut, dass die Entscheidung für den Akzent- und den Hintergrundstoff noch nicht abgeschlossen war und ich für die Musterstoffe jeweils einen halben Yard zur Verfügung habe.  Hier ein paar Links zu meinen QAL-Bilden auf Instagram




Und dann wäre da noch mein lapassacaglia-Quilt (ohne EPP) - ich konnte mich nicht so recht damit anfreunden, knappe 3000 Papierteilchen mit Stoff zu beziehen und aneinanderzunähen (Willyne Hammerstein macht schließlich auch kein EPP). Eigentlich war das Thema als „Zugprojekt“ gedacht (ich pendele mit der DB zwischen Euskirchen und Köln), aber da die Bahn manchmal den Charakter von Viehtransporten hat und die neuen Züge sitzplatztechnisch auch nicht allzu üppig bemessen sind (und ich wirklich nicht dick), ist dieses Vorhaben nur schwer umsetzbar, schließlich will ich die Sitznachbarn ja nicht pausenlos mit den Ellbogen traktieren oder garim Schlaf stören.  So geht es eben langsamer voran, als ich mir wünsche, denn die Sommersonnentage draussen sind ja auch leider vorbei.


Am liebsten nähe ich Decken als „Gebrauchsquilts“ – Quilts zum kuscheln und träumen – wie ich es nenne. Ich freue mich darüber, dass so mancher meiner Entwürfe Liebhaber in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gefunden hat und wirklich zum kuscheln und träumen genutzt wird. Quilts müssen aus meiner Sicht einfach benutzt werden.  Fast alle meiner Quilts haben Mikrofaserfleecerückseiten, das gibt es als Meterware oder ich greife auch gerne auf Decken zurück.
Ich bin eine eher minimalistische Quilterin,  liebe zwar die wunderschönen Alloverquiltmuster, bringe es aber selbst nicht fertig, so zu quilten, nicht weil ich es nicht kann, sondern weil es für mich den Kuschelcharakter der Quilts zerstört. So beschränke ich mich für meine „Gebrauchsquilts“ darauf innerhalb der Blöcke zu quilten.


Bei Quilts mag ich gerne einfache Muster, so begeistern mich immer wieder Quilts aus einfachen Quadraten, Strip Quilts und ganz besonders die One Block Wonders (da sind auch noch 3 Stoffe in meinem Fundus, die darauf warten, zu einem One Block Wonder zu werden). Ich bewundere die Quilts die Bruce Seeds entwirft – er nennt sie Mosaic Art Quilts. Zeitungen und Bücher verstehe ich als Vorschläge, es reizt mich gar nicht einen Quilt in genau den vorgestellten Stoffen nachzuarbeiten.  



Paper Piecing habe ich auch schon probiert, es hat allerdings Jahre gedauert, bis dieser Quilt fertig war. Er ist schwer (das Papier habe ich natürlich rausgemacht), aber es ist schon eine Menge Stoff darin enthalten. Die Vorlagen sind von Karen K. Stone und Valorie Wells, einige habe ich abgeändert. Zum Kuscheln und Träumen ist dieser Quilt auch nicht, das verwendete Rückseitenfleece war steifer als ich ursprünglich dachte und ich habe auch intensiver als sonst für mich üblich gequiltet. Als Tagesdecke für unser Bett ist er zu klein und da manchmal unsere Hunde aufs Bett oder Sofa springen …  das ist der einzige Quilt, bei dem ich das nicht zulassen würde, zu viele Arbeitsstunden stecken darin. Jemand hat mich mal gefragt, für wieviel ich ihn verkaufen würde – ehrlich, kann man das bezahlen?


Das Internet mit seinen Blogs und Bildern (nicht zu vergessen das Stoffangebot) und Instagram stellen eine fortwährende Quelle der Inspiration und Verführung dar. Mittlerweile habe ich auch einen ganzen Ordner voll mit Anleitungen von Taschen und Täschchen, die ich auch irgendwann mal nähen möchte. 

Ab und zu mache ich kleinere kreative Arbeiten, da wartet noch mein ART-Quilt-ABC auf Fertigstellung und auch mein Kartenbestand  will mal wieder aufgestockt werden. Vielleicht entsteht ja irgendwann auch mal das eine oder andere textile Buch oder Leporello?

Meine Liebe für Farben gehört eindeutig rot, grün, weiß, beige, creme, braun. Blumen – und Schriftstoffen kann ich schwer wiederstehen. Blau, gelb, lila, schwarz-weiß  sind  eher unterrepräsentiert, es passt für mich auch nicht wirklich in mein Umfeld, das eher von Naturtönen dominiert ist. Oft erwische ich mich auch dabei, dass ich Stoffe kaufe, die dann eigentlich zu schade zum zerschneiden sind (zum  Beispiel Stoffe von Tim Holtz). Neuerdings entdecke ich auch Unistoffe, bisher waren es eher fast-Unistoffe, wie die Serie Krystal von Michael Miller, die mich eher angesprochen haben.

Was ich gar nicht mag, ist Färben. Ich habe es mehrfach versucht, aber es gibt so viele schöne Stoffe und mir ist das Ergebnis einfach zu unberechenbar und außerdem mag ich dieses „Gematsche“ einfach nicht.


Ich hoffe, meine Vorstellung hat euch gefallen. Falls ihr mehr von mir sehen möchtet, freue ich mich auf euch auf meinem Blog spin-kreativ.blogspot.com/  oder bei   Instagram – dort findet ihr mich unter @spinkreativ.




02.09.2017

Blind date heute - AC genäht am See/Andrea

Hallo oder Moin,

 ich bin Andrea oder „AC genäht am See“.


Zu allererst gilt ein ganz herzliches Danke May von den MCQ für die Einladung zu diesem Blind Date, die ich während der diesjährigen Nadelwelt in Karlsruhe erhielt. Ich fühle mich wirklich sehr geehrt und bin mächtig stolz, hier an dieser Stelle für die große Gemeinschaft der Patchworker und Quilter berichten zu dürfen.

Mein Lebensmittelpunkt ist Ratzeburg in Schleswig-Holstein (dicht bei Lübeck, der Thomas Mann-Stadt mit dem weltberühmten Marzipan und den 7 Türmen), wo ich (59), verheiratet, 2 erwachsene Kinder, 1 Enkelin, seit vielen Jahren lebe.

Handarbeiten begleiten mich von klein auf an - in der Schule, in der wir uns für den Kochunterricht (Anfang der 70er Jahre gab es so etwas noch auf dem Gymnasium) eine Schürze und ein Kopftuch nähen mussten.

Stricken, Häkeln, Sticken, Nähen waren meine wesentlichen Freizeitbeschäftigungen (im Unterricht versteckt unter dem Tisch). Zur Verlobung erhielt ich meine 1. Nähmaschine von meiner Großmutter, die mir diese Leidenschaft vererbt hat. Nach dem selbst genähten Kleid für den Polterabend, Umstandskleidung, Kinderkleidung kam der große Wandel 1993, als meine Freundin Ulrike - Kennerinnen der „ Szene“ auch bekannt als „Quilt Mi“- mir eine selbst genähte Windmühlentasche schenkte (Jinny Beyer, Debbie Mumm u.a. waren angesagt).

Das wollte ich auch!!! Der Umzug nach Ratzeburg 1994 war noch nicht verdaut, da buchte ich einen VHS-Kurs in Lübeck: Patchwork.

Der 1. Quilt entstand -komplett handgenäht mit Papierschablonen. Die Dozentin meinte, nur so erlange frau den richtigen Draht zu Patchwork und Quilten.


Da ich zu dem Zeitpunkt „nur“ Hausfrau und Mutter war, tobte ich mich mit dem Erlernten aus, allerdings jetzt mit Schneidematte, Lineal, Cutter und meiner neuen Nähmaschine, die ich mir vom Erlös des 1. Kunsthandwerkermarktes spendierte. Die Lübecker Patchworkgruppe organisierte einen Verkaufsstand auf einem berühmten Weihnachtsmarkt.


Es waren kleine Projekte, die sich gut verkaufen ließen, Taschen, genähte Sterne u.a. als Tischdecken und Läufer.

Ein Round Robin mit der Gruppe beendete mein Engagement dort, ich stieg wieder in meinen Beruf ein und wollte zum Ausgleich mehr als nur Taschen und Deckchen nähen.



Also spendierte ich mir Workshops u. a. bei Pia Welsch (Ovale verschnitten) und


Dörte Bach  (auf den Spuren der Gees Bend) - heute noch ein Ufo wie so vieles - aber diese Stücke ließen sich evtl. gut zu einer Nähmaschinenhaube verarbeiten, die mir noch fehlt :-)

sowie 2 PQWs 2015 und 2017 in Homburg (Pias Quiltwerkstatt).

„Die Welt von oben“ - Bretonisches Gold




Quilts entstanden bereits seit längerem meist nach eigenen Entwürfen

- zum Studienbeginn für den Sohn - mit auf Stoff gedruckten Fotos und Presseartikeln aus Kindheit und Jugend



 - für die Tochter zum Klausurlernen mit Strandfeeling am Rheinufer


 - für den Schaukelstuhl in Anlehnung an das 1. Snowboard



 - für die neue Segeljacht guter Freunde



 - zum runden Geburtstag einer Freundin


  - zur Geburt der 1. Enkelin

 
 oder, oder, oder






 Familie und Freunde geben also das Thema vor, und ich versuche, mit eigenen Designs z. B. individuelle Geschenke zu gestalten.





Patchworkbekanntschaften national und international finden sich seit 2014, als Sandra (Hohenbrunnerquilterin) und Eva (Eva Leisure) den QAL mit Tula Pinks City Sampler ins Leben riefen. Danke dafür - für mich startete eine neue Dimension unseres schönen Hobbies.



Erinnert ihr euch??

Es folgte ein Swap, die Bubbles Bee von Aylin (aylin.nilya), eine wonky Bee mit dem Ergebnis eines maritimen Quilts, fast ausschließlich aus alten Oberhemden, zum runden Geburtstag meines lieben Mannes,


und seit diesem Jahr darf ich bei der „to be a Bee“ mitsticheln und sammle auch die wunderschönen Blöcke von „6 Köpfe 12 Blöcke“, bin dort aber ein wenig im Verzug.

Ich konnte mir lange nicht vorstellen, dass die Freizeit u.a. derart vom Internet beeinflusst wird -selbst Fremdsprachenkenntnisse können auf diese Art wieder aufgefrischt werden.

Bei der Auswahl der Stoffe lasse ich mich mittlerweile leiten vom skandinavischen Wohndesign.


Da ist es wohl nur folgerichtig, u.a. die Kollektionen von Brigitte Heitland (zenchicmoda) zu entdecken. Mittlerweile habe ich bei ihr bereits einen Kurs besucht und versuche,

so viele Stoffe oder Muster wie möglich von ihr zu verarbeiten.



Als ich im vergangenen Herbst nach Havixbeck fuhr, um dort Grete Greenshpon und Brigitte Heitland zu treffen, stieß ich übrigens völlig zufällig auf meine 1. Dozentin von 1993 (der 1. Quilt handgenäht). Sie ist mittlerweile eine hoch betagte Dame, aber immer noch in einer Gruppe in Münster aktiv. Ich war so was von aufgeregt über dieses Ereignis, es berührt mich heute noch!

Es gibt aber immer neue Herausforderungen! So habe ich es mir zum Ziel gesetzt, von gemusterten Stoffen Abstand zu nehmen und mich den Unis in allen Regenbogenfarben zu widmen. Noch aber muss ich mir hierfür auf jeder Messe und beim Angebot im Netz kräftig auf die Finger klopfen beim Einkauf, um nicht dem Charme der vielen, modernen, grafischen Muster zu verfallen.

Richtig bunt wirds Ende Juli, wenn ich den New York Beauty von Karen (@easypatchwork) in München im Kurs nähe!

Meine Arbeiten seht ihr, wenn ihr mögt, bei Instagram unter ac_genaeht_am_see oder bei Flickr unter AC genäht am See.

Dieser Post war für mich eine überraschende und interessante Zeitreise, vielleicht habt ihr es euch mit einer Tasse Kaffee oder Tee gemütlich gemacht und ihn auch mit ein wenig Freude gelesen.

Lieben Gruß aus dem Norden

Andrea