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05.02.2026

UFOs fertigstellen mit KISS – entscheiden, anfangen, quilten

Nach dem ersten fertigen UFO steht sofort die nächste Frage im Raum: 

Wie ich entscheide, welches Quilt-Top als Nächstes dran ist

Darüber haben wir uns in unserer UFO-Gruppe der  Modern Cologne Bees  unterhalten und sind zu einer "5-Stufen-Entscheidung" gekommen. 


1. Die wichtigste Frage zuerst
Bevor es um Technik oder Planung geht, stelle ich mir folgende Frage:
Habe ich im Moment Lust auf dieses Quilt-Top?

Unwichtig ist: Ist es das älteste, das schwierigste oder das „vernünftigste“.
Sondern: Fühlt es sich jetzt richtig an?

Alles, was sich im Moment falsch anfühlt, legen wir zurück auf den UFO-Stapel. Irgendwann ist es auch für dieses UFO die richtige Zeit - nur eben jetzt nicht. Es gibt deshalb keinen Grund für schlechtes Gewissen. 


2. Ein Quilt, der machbar ist
Das nächste Projekt muss überschaubar sein. Kein Riesenquilt, kein kreatives Experiment, bei dem man jede Entscheidung neu treffen muss.
Wir möchten alle ungefähr wissen, wohin die Reise geht – auch beim Quilting.

Machbar heißt aber nicht langweilig.
Machbar heißt: anfangbar. Es soll losgehen.


Quilt-Tops, die gequiltet werden sollen
Mays Tops



3. Technische Voraussetzungen 
Karin und May stellten fest: Bevor sie sich entscheiden, schauen sie ganz pragmatisch:

  • Passt die Größe des Tops gut auf ihren Nähtisch und unter die Maschine?

  • Haben sie ein Quilting im Kopf, das sie technisch umsetzen können?

  • Brauchen sie dafür neues Zubehör oder lange Vorbereitung?


Ein Stapel Vlies, das für die Tops bereitgelegt wurde -bewacht von einer Katze
Ein Stapel mit Vlies wird bewacht


Wenn man erst aufrüsten (Tisch ausziehen), recherchieren oder viel planen müsste, ist dieses Top noch nicht dran.
Manchmal lassen sie den großen Tisch bewusst stehen und quilten mehrere Tops hintereinander – dann bleiben Maschinen und Arbeitsfläche in „Quilt-Position“ und der Einstieg fällt leichter. 

Karin und May verfahren gerne nach dieser Taktik: Ist der große Quilt-Tisch aufgebaut, werden direkt mehrere Tops gequiltet.


4. Den Angstfaktor ehrlich prüfen
Eine wichtige Frage ist für mich, Martina:
Habe ich Angst, diesen Quilt kaputt zu quilten?

Wenn der Druck zu groß ist, blockiert mich das. Dann bleibt das Top liegen – manchmal jahrelang.
Für das nächste Projekt wähle ich bewusst ein Top, bei dem ich entspannter bin. Inzwischen merke ich auch, dass nach dem 2. gequilteten Top meine Hemmschwelle sinkt...


5. KISS – keep it simple
Karin hat wirklich den Clou gebracht: Sie sagt, "wenn ich merke, dass ich nicht weiterkomme , hilft mir das KISS-Prinzip."
Für die Entscheidung reichen ihr drei Fragen:

  • Habe ich jetzt Lust auf dieses Top?

  • Kann ich es mit dem umsetzen, was ich schon kann und habe?

  • Traue ich mich, es einfach zu quilten – ohne Perfektionsanspruch?

Wenn alle drei Antworten Ja sind, ist die Entscheidung gefallen.
Mein nächster Quilt muss nicht der beste sein – nur der, bei dem ich schnell anfangen möchte.

Perfektionismus bewusst ausblenden

Wenn alles perfekt zum Quilt passen soll, bleibt ein Top bei mir schnell liegen. Das kenne ich gut.
In solchen Fällen hilft mir ein einfacher Ansatz: lieber ruhig und reduziert quilten – gerade Linien, einfache Muster – als gar nicht anzufangen.


Mein persönliches Fazit

Ich entscheide mich nicht mehr nach Pflicht oder Reihenfolge.
Ich entscheide mich nach Lust, Machbarkeit und einem guten Gefühl für den nächsten Schritt. 

Mit KISS wird das Top endlich zum fertigen Quilt.

Technisch brauche ich dafür nichts Neues – nur eine Entscheidung, die mir das Anfangen leicht macht.
Alles andere kann warten.

Mein zweites Top ist inzwischen gequiltet - dank KISS! Denn KISS funktioniert wirklich! Ich merke, dass ich entspannter an die Tops gehe.